Bürger-Preis der Demokratie geht 2013 an Hannelore Jokuff

Bürger-Preis der Demokratie | Gestiftet 2013 vom Verein Projekt 21 II e.V.

Der Bürger-Preis für Demokratie wurde 2013 erstmalig an Hannelore Jokuff verliehen.

Der Bürger-Preis der Demokratie wurde 2013 vom Verein Projekt 21 II e.V. gestiftet. Mit diesem Preis werden Bürgerinnen und Bürger ausgezeichnet, die mit außerordentlichen bürgerschaftlichem Engagement und auf besondere Weise zur Erhaltung demokratischer Grundwerte beigetragen haben. Die Auszeichnung soll an Personen gehen, die im stillen Wirken herausragende Ergebnisse erzielt haben. 
 
Die diesjährige Preisträgerin ist Hannelore Jokuff.
 
Hannelore Jokuff setzt sich seit vielen Jahren aktiv gegen Rechtsextremismus ein. Als ehemalige Leiterin des Jugendclubs „Max“ im Wohngebiet Gesundbrunnen in Bautzen hat sie dazu Herausragendes geleistet. Der Jugendclub „Max“ war zu Beginn ihrer Tätigkeit ein geliebter und später stark umkämpfter Treffpunkt der rechten Szene. Hannelore Jokuff übernahm das Amt als Leiterin des Clubs und damit auch eine schwere Bürde. Ihr oblag es, den Jugendclub „Max“ wieder für die Allgemeinheit zugänglich zu machen. Die Preisträgerin hat dies in einer von Männern dominierten Szene erfolgreich gemeistert.
In einem nahezu einsamen Kampf und zähen Ringen mit der Szene gelang es ihr, sich gegen die weitere Vereinnahmung des Jugendclubs durchzusetzen und ist damit ein hervorzuhebendes Beispiel für erfolgreiche und akzeptierte Jugendarbeit mit Rechtsradikalen und Sympatisanten.
Seit 2001 ist Hannelore Jokuff ein geschätzter Partner unseres Aussteigerprojektes. Gefährdete Clubmitglieder übergab sie dem Aussteigerprojekt und half beim Aufbau der Aussteiger- und Präventionsarbeit. Die sozialarbeiterischen Fähigkeiten, insbesondere die Fähigkeit unterschiedlichste Partner, unterschiedlichster Interessen und Ausrichtung in Kontakt zu bringen, waren sehr wertvoll. Das Gleiche gilt für ihre unglaublich energische Arbeitsweise, die kompromisslos auf das Anliegen der Clubarbeit ausgerichtet war.
Hannelore Jokuff war jahrelang Garant für aktive und erfolgreiche Arbeit gegen Rechtsextremismus und ermutigte Partner in ihren Bemühungen ihr nachzueifern. Wir haben vor dieser Leistung größten Respekt. Sie ist ein vorbildliches Beispiel für zivilcouragiertes Auftreten und bürgerliches Engagement.
 
   

Die Laudatio für Hannelore Jokuff wurde von Harald Bretschneider gehalten.
Mit dem Namen Harald Bretschneider verbindet sich vor allem die in der DDR unterdrückte Kampagne „Schwerter zu Pflugscharen“.
Harald Bretschneider ist Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse und vieler weiterer Ehrungen. 
 
 

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