Donnerstag 29. September 2016

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Verein Der Verein Projekt 21 II e.V.

Im August 2009 gründete sich in Possendorf bei Dresden der Verein Projekt 21 II e.V. zur Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements und Förderung der demokratische Kultur in Sachsen. In seiner Satzung hat sich der Verein zum Schutz der freiheitlich demokratischen Grundordnung nach Art. 21 II GG verpflichtet. Mehr lesen...
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Donnerstag, den 26. Mai 2016 um 00:00 Uhr

Toleranz-Projekte an der Trützschler-Oberschule / NPD-Aussteiger im Gespräch mit unseren Neuntklässlern

Falkensteiner Anzeiger vom 26.05.2016

Mehrere Toleranz-Projekte des Bildungswerks Sachsen der Deutschen Gesellschaft e. V. waren im April an der Trützschler-Oberschule zu Gast. Bei den Workshops „Ausgegrenzt und abgestempelt“, die am 25. April in beiden 5. Klassen durchgeführt wurden, ging es um Sozialkompetenz sowie um Mobbing-Prävention. Zwei Tage später kamen Michael Ankele, Sozialarbeiter im Aussteigerprojekt „ad acta“ des Vereins „Projekt 21 II“ e.V., und Maik Scheffler, NPD-Aussteiger, an die Schule, um in einer vierstündigen Veranstaltung mit den Neuntklässlern ins Gespräch zu kommen.
Es ging im Workshop, an dem die Jugendlichen mit großem Interesse teilnahmen, vor allem um Rechtsradikalismus in seinen verschiedenen Erscheinungsformen sowie um die Folgen, mit denen Aussteiger aus der rechten Szene in ihrem neuen Leben fertig werden müssen. Beide Gäste betonten, dass es ihnen wichtig ist, bei den Jugendlichen eigene Denkprozesse in Gang zu setzen.


Bei der Auseinandersetzung mit der rechten Szene muss man, so betonten die Referenten, unbedingt zwischen der rechten Straßen-Szene und der intellektuellen Polit-Szene unterscheiden. Herr Ankele konnte mit bewegenden Storys seiner Klienten, die er nach dem Ausstieg aus der Skinhead-Szene begleitet, aufwarten. Solch ein Ausstieg ist nämlich keine einfache Angelegenheit. Vertraute soziale Beziehungen hat man in der Regel bereits beim Einstieg hinter sich gelassen. Meist ist man dann (mitunter auch mehrfach) mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Da ein Ausstieg in der Szene „Verrat“ bedeutet, muss man mit massiven Bedrohungen rechnen. Oftmals ist deshalb die Suche nach einem neuen Wohnumfeld nötig. Die Suche nach einer Arbeits-/Ausbildungsstelle gestaltet sich auch nicht ganz einfach. Hohe Schulden sind ebenfalls ein Problem, aus dem mancher junge Mensch - wenn überhaupt - ohne Hilfe von außen nicht mehr herausfinden kann.

 

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Donnerstag, den 12. Mai 2016 um 00:00 Uhr

Positionspapier: Der Aussteiger als offenes Fenster in die Organisation

Ein Beitrag von Maik Scheffler,  Kreisrat im Stadtrat der Großen Kreisstadt Delitzsch

Hinter dem Kampf gegen „Rechts“ verortet man für gewöhnlich drei Säulen einer Strategie in der Zerschlagung rassistischer, chauvinistischer als auch antisemitischer Strömungen und Organisationen.

 

Der zivilgesellschaftliche Aufstand gegen jegliche rechte Plattformen ist eine dieser Säulen, Aufklärung und Bildung über rechte Ideologie und Weltanschauung eine weitere, das Herauslösen von Aktivisten/innen und die Wiedereingliederung in die demokratische Gesellschaft sollte als dritte Säule auch eine der wichtigsten sein, wenn man nicht nur bekämpfen sondern auch nachhaltig reintegrieren will.

 

Leider findet ein Einbeziehen rechter Aussteiger in die Prozesse zu wenig bzw. mit zu wenig taktischer Notwendigkeit statt. Der Prozess selbst deklariert sich somit zum bloßen Aktionismus und schwächt oftmals unbewusst gar den Ausstiegswillen der Zweifler.

 

Gerade bei Schülern und Jugendlichen, welche für extreme Parteien das fruchtbarste Rekrutierungsklientel darstellen gilt, „verbotene Früchte schmecken am besten“. Das bloße Warnen und Verbieten wird somit niemals ausreichend den Effekt erzielen, den sich Ämter, Organisationen und Parteien wünschen.

 

Die Propaganda der NPD, ihrer Jugendorganisation als auch der „Freien Kräfte“ ist zudem auf die Vorgehensweise im Kampf gegen rechts eingestellt und integriert diese Methoden entsprechend nachhaltig und oft erfolgreich in die Rekrutierung ein. Die Zivilgesellschaft kann plausibel darstellen, warum eine politische Strömung bekämpft werden muss. Im Gegenzug kann aber auch jede selbsternannte Opposition ebenso plausibel machen, warum sie bekämpft werden soll. Die Für und Wider gegeneinander logisch aufzuwiegen, vermag weder der Jugendliche noch der orientierungslose „Wutbürger“ und somit folgt in der Konsequenz -In dubio pro reo-.

 

Ein Aussteiger hingegen wird stets der Kronzeuge sein, dessen Aussagen ausschließlich die ehemals eigene Partei oder Organisation belasten können und ihre Glaubwürdigkeit durch die Zugehörigkeit zementieren. Die Frage sollte sich stellen: Verbietet man das Rauchen durch Nichtraucher oder zeigt man mit einer schwarzen Lunge die verschiedenen Elemente der Konsequenz?...

 

Der Aussteiger ist der Beweis in der Argumentation, den man bei einem Außenstehenden vergeblich suchen wird. Der nachhaltige Eindruck, den potentielle Rechts-Rekrutierungsopfer bei einem Szeneaussteiger erhalten, welcher das Verpfuschen seines Lebens bildlich macht, welches ihn durch kriminelle Aktionen an den Rand der Gesellschaft geschwemmt hat ist gleich viel wert, wie die neue Blickrichtung eines politisch frustrierten „Wutbürgers“ oder „Pegidianers“ der durch einen Aussteiger aus den Führungs- und Strategie Etagen einen Blick hinter die Fassade der Organisationen bekommt, wohinter sich außer Überschriften und Parolen kein tragfähiges und gesellschaftsoffenes Konzept verbirgt, geschweige denn eine bundesweite Alternative.

 

Der erfolgreiche Kampf gegen „Rechts“ wird ohne das nötige Profiling der Protagonisten durch ehemalige Insider und ohne ein offenes Fenster in Strukturen hinein durch Aussteiger aus exponierten Positionen nicht nachhaltig und umfänglich praktiziert werden können. Das Herauslösen wichtiger Akteure und Denker wird nur dann gelingen, wenn selbige in der Welt außerhalb ihrer politischen und weltanschaulichen Isolation auch eine alternative Welt vorfinden, wo sie nicht nur in die Erfolgsstatistik der anderen einfließen sondern wo auch hingehört wird, was sie zu sagen haben. Und das, was sie zu sagen haben ist oft der Schlüssel im Kampf gegen „Rechts“.

 

 

 
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Dienstag, den 01. Dezember 2015 um 00:00 Uhr

Unser 2. Symposium zum Thema "Politik und Sprache der Dresdner Spaziergänge"

Dresden | Verändert Pegida die Gesellschaft? Was bewirken dumpfe Parolen und kann man historische Vergleiche ziehen?

Am 30. November fand in den Räumen der Landeszentrale für politische Bildung unser 2. Symposium zum Thema "Politik und Sprache der Dresdner Spaziergänge" statt.

Nach der Eröffnung und kurzen einleitenden Worten durch Rechtsanwalt Bürger hielt der Soziologe Dr. Erhardt Cremers von der Technischen Universität Dresden ein detailreiches Referat zur Problematik.

Ein Ergebnis hat Cremers gleich an den Anfang seines Referats gestellt. Es gebe bisher keine wissenschaftlich fundierte Erklärung für das Phänomen Pegida und er wisse auch nicht, warum sich tausende Bürger versammeln und gleich einer feierlichen Prozession durch die Straßen ziehen, insbesondere was da zu Grabe getragen werden soll.

Besonders problematisch sieht Cremers, die all umfassende Themenbesetzung durch Pegida. Es sei dadurch nahezu unmöglich geworden zu einem Thema Stellung zu beziehen, ohne dass man befürchten müsse, dass die falsche Seite Beifall klatscht.

 

Eine Kurzbetrachtung von der DNN

 

Im Anschluss an die Pause war ein Video über die Wahrnehmung von Pegida im Ausland zu sehen. Wichtig war zu beobachten, dass die französischen Journalisten ohne weitere Differenzierung Beiträge zu Pegida und Rechtsextremismus zusammengeschnitten hatten.

 

Sehr kurzweilig aber dafür inhaltlich punktgenau war die Lesung dreier Texte durch den freien Autor Michael Bittner. Mehr zur Person und natürlich zu seinen philosophisch, stilvollen Texten auf seinem Blog.

 

Zwar zum Schluß, aber nicht weniger wichtig, die Verleihung unseres diesjährigen Bürgerpreises.

 

Aufgrund der langjährigen erfolgreichen Arbeit im Bereich Prävention gegen Rechts wurde Diana Meltzer für den Bürgerpreis des Vereins Projekt 21 II ausgewählt.

Seit August 2008 ist Diana Meltzer an der Lernförderschule in Freital tätig. Ihr Hauptaugenmerk liegt auf der Prävention, soziales Lernen und Einzelfallhilfe.

Mit ihrem Präventionsangebot „Wo ist rechts?“ klärt sie seit vielen Jahren über die Gefahren beim Einstieg in die rechte Szene auf.

Sie möchte ihre Schüler befähigen, eigenverantwortlich zu handeln. Der Schüler soll die Szene erkennen und in der Lage sein, eine bewusste Entscheidung dafür oder dagegen treffen zu können.

 

 
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Samstag, den 07. November 2015 um 00:00 Uhr

Zum 10. mal der Workshop zum Thema "Aussteiger aus der rechten Szene berichten" an der Krostitzer Oberschule

Das waren vier spannende Stunden gegenseitigen Austauschs!

So aufregend der erste Projekttag endete, so spannend setzte sich der zweite Projekttag fort. Hierzu wurde ein Workshop für die 10. Klassen zum Thema „Aussteiger aus der rechten Szene berichten“organisiert. Als Besucher begrüßten wir den Sozialarbeiter, Herrn Michael Ankele vom Verein Projekt 21 II e.V., der bereits seit vielen Jahren Menschen hilft, aus der rechten Szene auszusteigen. Mitgebracht hat er seinen sich noch im Ausstieg befindenden „Schützling“ Christoph Sorge. Viele waren zunächst skeptisch, ob es sich hier um einen „echten“ Aussteiger handelt, doch die Vorurteile verflogen schnell. Denn als Christoph Sorge begann, über seine „Karriere in der Kameradschaft“ zu berichten, umgab die Schüler eine gewisse Betroffenheit, die sich zunächst in Stillschweigen und dann in interessierten Fragen äußerte. ...

Mehr zum Workshop bei oberschule-lossatal-de.prossl.de

 

 
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Mittwoch, den 20. Mai 2015 um 11:44 Uhr

"Rechts Aussteigen" ein multimediales Theaterprojekt von Projekt 21ii e.V.

NS bedeutet nicht Freiheit sondern Gefängnis, nicht Liebe, sondern HASS! NS bedeutet, alles zu verlieren, was du liebst!  NS ist niemals die Antwort auf den Sinn des Lebens! »

Christoph Sorge, REX-Aussteiger

Am 18.05.2015 wurde im Militärhistorischen Museum Dresden (MHMD) unser Theaterprojekt "Rechts Aussteigen" erfolgreich uraufgeführt.

 

« Rechts Aussteigen » ist ein experimentelles Kunsterlebnis, ein multimediales Theaterstück aus selbstreflektierten Lebenserfahrungen eines Aussteigers und seiner Umwelt.

Persönliche Erfahrungen, Wünsche, Meinungen und Werte werden zum zentralen  und künstlerisch geprägten Inhalt des Theaterspiels.

4 Szenen in mehreren Akten - Vorstellung, Kameraden, Aktionskreis & Rekrutierung - bilden mit jeweils einer Hintergrund- & Live Aktion das Kernelement des Stücks.

Jede künstlerische Hintergrundaktion zeigt die Auseinandersetzung der Darsteller mit sich und der Umwelt.

Die Aktionen tragen und begleiten sich im Wechselspiel. Handlungen und Gedanken sind visuell gleichgeschaltet und ermöglichen so dem Rezipienten ein vielschichtiges Erlebnis.

 

Die Vorlage und Idee zu diesem Theaterstück stammen von Christoph Sorge, einem Aussteiger aus der Rechten Szene.

Die Umsetzung der Vorlage übernahm der Verein Centro Arte Monte Onore e.V. unter der künstlerischen Leitung von Pier Giorgio Furlan.

Das Theaterstück wurde dokumentarisch begleitet und wird in Zukunft in Präventionsveranstaltungen an Schulen einfließen.

Wir danken dem LAP Bautzen, dem LAP Mittelsachsen und dem MHMD für die enge Zusammenarbeit, Unterstützung und Förderung des Projektes.

 

Zum Filmbeitrag

 

 
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Freitag, den 10. April 2015 um 00:00 Uhr

Erfreuliches Evaluationsergebnis des Präventionsprojektes "Authentische Prävention"

Die proVal GbR evaluiert das Präventionsprogramm von Projekt 21II e.V. mit Bestnoten

Vom August 2013 bis April 2014 fand im Auftrag des Sächsischen Ministerium des Innern (SMI), eine Wirkungsevaluation unseres Präventionsprojektes statt.

Die Evaluation war nicht unbrisant, erfolgte sie doch unter dem Hintergrund jahrelanger hartnäckiger Angriffe auf das Projekt. mehr hier

 

Auszüge aus den Evaluationsergebnissen

  • Auf Grund der hohen Akzeptanz der Maßnahme sind gute Wirkungsvoraussetzungen gegeben. Beste Werte brachte die Rubrik: Der Aussteiger hat einen sehr ehrlichen Eindruck auf mich gemacht.
  • Das Präventionsprojekt ist ein Sensibilisierungsprojekt im Rahmen sachorientierter Demokratieentwicklung. Das Projekt bietet einen sinnvollen Anfangsimpuls und eignet sich besonders für die Etablierung einer sinnvollen Präventionskultur. Es fordert durch seine Art Handlungsabsichten heraus...
  • Das Projekt schafft es signifikant nachweisbar steigendes Wissen über NS zu bewirken. Das ist für ein Präventionsprojekt eine wichtige Funktion.
  • Die Kosten welche gezahlt werden, entsprechen nur bedingt den tatsächlichen Kosten für die Durchführung einer Maßnahme, wenn die Vor- und Nachbereitungszeit einbezogen sind. Nach eigenen Berechnungen kostet die Veranstaltung ca. das Doppelte.

 

Die Evaluation orientierte sich auch an den Vorwürfen der Ostsachsen AG und die Zusammenfassung des Gutachtens endete mit :

„Die Bedenken der eingangs geschilderten Ostsachsen AG werden vom Gutachter nach teilnehmenden Beobachtungen nicht geteilt.“

 

Evaluator: proVal GbR http://www.proval-services.de

 
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